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Busfahrkarte unter dem Weihnachtsbaum

„Das war kein Bußgeldbescheid, sondern die Monatskarte von der Verkehrsgemeinschaft.“ Stephan Meyer machte Heiligabend große Augen, als er die Post öffnete, die ihm seine Frau unter den Weihnachtsbaum gelegt hatte. „Ich habe mich riesig über die Karte gefreut. Da habe ich Glück gehabt“, berichtet der 44-Jährige aus Ostercappeln begeistert.



Seit Jahresanfang fährt der Familienvater täglich mit dem Bus zur Arbeit in Osnabrück und lässt seinen 16 Jahre alten Mercedes zu Hause. Dank der kostenlosen Monatskarte der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) ist er jetzt in der Umweltzone Osnabrück mobil. Er hatte sich erfolgreich bei der VOS als Umweltschoner beworben.

Rote Plakette am Wagen
„An meinem alten Mercedes, meinem Jugendtraum, klebt die rote Plakette. Mit dem Wagen kann ich ohnehin bald nicht mehr nach Osnabrück fahren“, erzählt der Umweltschoner. Seine Kinder hätten ihn schon immer auf das wenig umweltfreundliche Auto in der elterlichen Garage hingewiesen: „Papa, du fährst immer noch so einen Stinker“. Nun stehe zur Diskussion, sich ganz von dem Zweitwagen zu trennen. „Die Wege zur Arbeit kann ich genauso gut mit dem Bus bewältigen“, sagt Stephan Meyer, der im Paulusheim in der Cafeteria arbeitet. „Ich komme optimal in die Stadt. Besser geht es gar nicht. Und bei den Spritpreisen ist es eine Überlegung wert, mit dem Bus zu pendeln statt mit dem Auto.“

Idee auf dem Jakobsweg
Einen Monat ohne Auto auskommen: Den Versuch unternimmt Andreas Rechtien aus Wallenhorst. Die Idee kam ihm auf dem Jakobsweg. „In Spanien bin ich zwei Wochen lang zu Fuß und sonst nur mit dem Bus unterwegs gewesen. Das muss auch in Deutschland möglich sein, habe ich gedacht.“ Im Rahmen der Umweltschoner-Aktion der VOS hat der 32-Jährige die Chance ergriffen und sich um die kostenlose Monatskarte beworben. Am ersten Arbeitstag im neuen Jahrzehnt ist der Wallenhorster natürlich mit dem Bus gefahren. „Ich habe jetzt etwa 20 Minuten mehr Zeitaufwand pro Fahrt. Auch meine Kollegen haben sich gewundert, dass man so schnell mit dem Bus ans Ziel kommt.“ Neben der entspannten Atmosphäre im Bus und dem Umweltaspekt hat die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: „Ich brauche für meinen mittlerweile in die Tage gekommenen Golf jeden Monat für 100 Euro Benzin. Eine Busfahrkarte kostet nur die Hälfte“, rechnet Andreas Rechtien vor. „Die Ersparnis lohnt sich.“

Peugeot bleibt stehen
Nach Ansicht von Alexandra Buley-Kandzi gehört Umweltschutz heutzutage zu den wichtigsten Aufgaben. Die 42-Jährige unterstützt dies aus Überzeugung, wo und wann immer es möglich ist. Deshalb lässt sie gerne ihren kleinen Peugeot zu Hause stehen und setzt sich in den Bus. „Jeder, der mit dem Bus fährt, signalisiert dadurch, wie wichtig ihm die Umwelt ist“, sagt die PR-Beraterin. In Schledehausen steigt die Mutter von drei Kindern regelmäßig in den Bus, der sie in die Stadt zum Einkaufen oder zum Bahnhof bringt. „Ich kann dann in Ruhe etwas lesen, Musik hören und einfach abschalten. Was will man mehr?“
 
erstellt am 26.01.2010

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