Fachkraft im Fahrbetrieb (FiF)

Bring Deine Zukunft ins Rollen- werde Fachkraft im Fahrbetrieb!

Zum 1. August 2017 suchen die Unternehmen der VOS wieder Auszubildende im Beruf Fachkraft im Fahrbetrieb (FiF). Dabei handelt es sich um eine regelrechte „Allround-Ausbildung“ für Busfahrer. Ein besonderer Schwerpunkt der Ausbildung ist neben dem Einsatz am Steuer der Erwerb von Dienstleistungs- und Servicekompetenz. Innerhalb der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) erfahren sie – und das für drei Jahre – welche Facetten der Öffentliche Personennahverkehr in Osnabrück und Region umfasst. Sie werden ausgebildet zur Fachkraft im Fahrbetrieb (FiF). Seit 2002 gibt es diesen Ausbildungsberuf, den bisher nur wenige Betriebe in Deutschland anbieten. Die Vorteile für die „FiFs“ liegen auf der Hand: Neben dem Busführerschein erwerben sie in ihrer Ausbildung Kenntnisse im Kundenservice, Marketing, der Öffentlichkeitsarbeit und Disposition von Personal und Fahrzeugen.

Die Tätigkeit im Überblick

Fachkraft im Fahrbetrieb (FiF)“ ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Die umfassende dreijährige Ausbildung wird im öffentlichen Nahverkehr angeboten. Fachkräfte im Fahrbetrieb führen Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und tragen für die sichere Beförderung der Fahrgäste Sorge. Sie gestalten die Fahrzeugdisposition und Personalplanung, übernehmen Aufgaben in Kundendienst, Marketing oder Öffentlichkeitsarbeit in ÖPNV-Unternehmen und stellen die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge sicher. Fachkräfte im Fahrbetrieb arbeiten in Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs, z.B. in kommunalen Verkehrsbetrieben.

 

Den Diesel im Blut

Nele Markmeyer sagt, was sie denkt. Warum sie denn unbedingt Busfahrerin werden will? „Man muss Männern ja mal zeigen, dass auch Frauen sowas können“, antwortet die 16-Jährige keck mit verschränkten Armen – und einem strahlenden Lächeln. Bei den Stadtwerken Osnabrück wird die Mettingerin zur Fachkraft im Fahrbetrieb ausgebildet. Menschen in großen Gefährten von A nach B kutschieren, sie kann sich kaum etwas Schöneres vorstellen. „Mein Papa arbeitet auch bei den Stadtwerken“, erklärt Nele. Im selben Job. Schon früh begeisterte sich die 16- Jährige für das, was ihr Vater beruflich macht, und begleitete ihn auf Linienfahrten.„Das hat einfach was“, sagt Nele. „Und es wird nie langweilig.“ Wann immer es geht, steuert sie sperrige Fahrzeuge auch selbst. Im Urlaub etwa ist es der Wohnwagen, den sie auf dem Campingplatz hin und her rangiert. „Mein Papa sagt, ich habe Diesel im Blut“, sagt sie und lacht. „Irgendwann sagte er dann: ‚Wir suchen noch Azubis...‘“ Logisch, dass Neles Bewerbung nicht lange auf sich warten ließ. „Ich wollte selbstständig werden, mein eigenes Geld verdienen.“ Gesagt, getan: Seit August steht die ehemalige KvG-Schülerin nun in Lohn und Brot. Bevor Linienfahrten ein Thema werden, lernt sie zunächst die Firma kennen. Schließlich muss Nele erst einmal ihren Auto-Führerschein machen, später folgt dann der „Lappen“ für den Bus. Solange hilft die 16-Jährige unter anderem in der Reprografie (dort werden etwa Flyer gemacht) oder im Mobilitätszentrum am Osnabrücker Neumarkt (von den Azubis auch kurz und knackig „Mobi“ genannt) mit. Auch in die Werkstatt schnupperte sie schon hinein. Dafür war bei der Pendlerin frühaufstehen angesagt: „Der Wecker ging um halb vier, um fünf fuhr der Bus nach Osnabrück.“ Probleme hatte Nele mit diesem Tagesrhythmus nicht. „Dann hatte ich ja nachmittags Zeit“, sagt sie. Gelassen bleibt die 16-Jährige daher auch, wenn sie an künftige Nacht oder Schulbusfahrten denkt. Auch der Gedanke an betrunkene Fahrgäste bereitet ihr kein Unbehagen: „Was nachts passiert, passiert auch tagsüber.“ Zudem seien die meisten Nachtschwärmer gut drauf. Und wenn mal wer einen zu viel über den Durst getrunken hat? Nele grinst. „Zum Saubermachen haben wir Leute...“ Zudem stehen Seminare zum „kundenorientierten Verhalten“ auf dem Ausbildungsplan. Darin enthalten: Strategien für den Fall des Falles. Und zur Not helfen die Kollegen weiter, die gerade Streckendienst machen. Wenn Neles Ausbildung nach drei Jahren endet, winkt ein Übernahmevertrag für ein halbes Jahr. Mindestens. Später kann auch die Festanstellung folgen. Unwahrscheinlich ist das nicht, erklärt Kathrin Menkhaus, Ausbildungsverantwortliche in der Abteilung Marketing Nahverkehr bei den Stadtwerken Osnabrück. Selbst mit Blick auf das bereits angelaufene Jahr kann Menkhaus sagen: „Wir suchen immer noch...“ Jugendliche, die während ihrer Ausbildung Busse steuern möchten, sie fallen nicht von Bäumen. Auch wenn sie später vielseitig einsetzbar sind: In der Leitstelle, im „Mobi“, im Beschwerde-Management. In einem Bürojob eben. Oder aber weiterhin hinterm Steuer eines Busses. So wie vielleicht auch Nele. Sie könnte sich kaum etwas Schöneres vorstellen.

Diese Unternehmen bieten die FiF Ausbildung an:

H. Beckermann GmbH & Co. KG
Osnabrücker Straße 7
49565 Bramsche
Tel. 05461/9339-0
E-Mail: info@beckermann-bramsche.de
www.beckermann-bramsche.de

Willy Hummert GmbH & Co. KG
Industriestraße 7
49201 Dissen a.T.W.
Tel. 05421/9447-0
E-Mail: info@willy-hummert.de
www.willy-hummert.de

Conrad Schrage GmbH & Co. KG
Osterfeldstraße 7
49326 Melle
Tel. 05429/9424-0
E-Mail: schrage@schrage-reisen.de
www.schrage-reisen.de 

Stadtwerke Osnabrück AG
Alte Poststraße 9, 49074 Osnabrück
Tel. 0541/2002-2543
E-Mail: bewerbung@stw-os.dewww.stadtwerke-osnabrueck.de 

VLO Bus GmbH 
Bremer Straße 11
49163 Bohmte
Tel. 05471/9559-0
E-Mail: info(at )vlo.dewww.vlo.de 

Weser Ems Busverkehr GmbH
Theodor-Heuss-Platz 4
49074 Osnabrück
Tel. 0541/33822-10
E-Mail: personalbuero@weser-ems-bus.de
www.weser-ems-bus.de

Winkelmann Reisen
Hauptstraße 16-18
49179 Ostercappeln-Venne
Tel. 05476/90200-0
E-Mail: bewerbung@winkelmann-reisen.de
www.winkelmann-reisen.de

Christine Teichler

Hallo,
ich bin Christine, 29 Jahre alt und würde euch im Folgenden gerne ein bisschen von meinem bisherigen beruflichen Werdegang berichten.

2004 habe ich eine Ausbildung zur Fachverkäuferin im Nahrungsmittelhandwerk in der Fachrichtung Bäckerei/Konditorei erfolgreich absolviert und in diesem Beruf auch noch weitere drei Jahre, unter anderem als Filialleitung, gearbeitet. Für mich war jedoch klar, dass ich nicht mein ganzes Leben lang nur Brötchen verkaufen möchte.
Weil ich Busfahren schon immer toll fand und es mein Traum war irgendwann einmal so einen großen Bus zu fahren, habe ich mich dazu entschlossen, nochmal von vorne anzufangen und eine weitere Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb - kurz „FiF“ - zu beginnen.
Die Ausbildung war sehr vielfältig, da ich viele verschiedene Bereiche wie beispielsweise die Werkstatt, die Betriebsplanung, die Leitstelle und die Disposition kennenlernen durfte. Auch „auf dem Bus“ war es immer sehr abwechslungsreich – denn „auf der Straße“ erlebt man jeden Tag etwas Neues!
Nachdem ich die „FIF-Ausbildung“ im Juni 2016 erfolgreich abgeschlossen hatte, wurde ich zunächst im Fahrdienst übernommen und habe kurzeitig auch vertretungsweise die Disposition der Dienste im Fahrdienst übernommen.
Mein jetziger Arbeitsbereich ist das Kundendialogmanagement, welches zu dem Bereich Marketing Mobilitätsangebot zählt und die Annahme und Bearbeitung von Beschwerden, die Betreuung unserer Social Media Kanäle, Erstellung von Statistiken und die Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) beinhaltet.
Als Ansprechpartnerin im Bereich Kundendialog bin ich die zentrale Anlaufstelle für Unklarheiten, Lob und Beschwerden rund um den Osnabrücker Busverkehr. Ich mag den direkten Kontakt mit Kunden – auch wenn mittlerweile die Online-Anfragen über soziale Medien immer mehr zunehmen. Alle eingegangen Anliegen werden von mir monatlich in einer Statistik zusammengeführt und an die richtigen Ansprechpartner weitergeleitet. Am schönsten ist es natürlich, wenn ein Lob zurückkommt. Darüber freue ich mich auch nach drei Jahren immer noch wie am ersten Tag.
Zusätzlich zu all diesen Aufgaben fahre ich aber natürlich auch weiterhin zwischendurch Bus! Denn das Busfahren war ja der ausschlaggebende Grund für meine zweite Ausbildung. Am Wochenende übernehme ich komplette Dienste oder springe auch in der Woche immer mal ein, wenn`s brennt!

Marie-Luise Oldenburg

Hallo,
mein Name ist Marie-Luise und ich möchte euch einmal meinen bisherigen beruflichen Lebenslauf aufzeigen.
Nach der Schule habe ich zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau durchlaufen. Für mich war dieser Beruf jedoch einfach zu „trocken“.
Das Verkehrswesen hat mich schon immer interessiert. Meine Eltern arbeiten beide in der Verkehrsbranche und schon als kleines Kind hatte ich eine Modellbahn mit einem eigens von meinem Vater erstellten Fahrplan. Meine Mutter war zu der Zeit Reiseleiterin und ich war auch ab und zu mit im Bus dabei. Aus diesen Gründen war der Berufswechsel und der Start in eine neue Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb eigentlich nur noch eine Frage der Zeit.
Die Ausbildung zum „FiF“ war sehr vielseitig. Ich hatte viel Kontakt zu unseren Kunden bzw. Fahrgästen und habe mich immer wieder gefreut, wenn ich ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Des Weiteren steht man jeden Tag vor neuen Herausforderungen, da die Gegebenheiten auf den Straßen nicht immer gleich sind. So erwartet einen jeden Tag „auf Linie“ reichlich Abwechslung. Außerdem lernt man auch die anderen Seiten des Berufes kennen und kommt so auch mal ins Büro.
Das Betriebsmanagement ist mein jetziger Arbeitsbereich. Meine Aufgaben sind die monatliche Abrechnung der Fahrgeldeinnahmen, die Erstellung von Fahrplänen, die Bearbeitung von Fahrplanänderungen, die Ausbildung der Buslotsen, die Beratung bei tariflichen Fragen, die Betreuung unserer Auszubildenden und die Mittwirkung am Projekt „Einführen eines neuen Telematiksystems in der VOS“. Zudem fahre ich morgens und gegebenenfalls auch mittags Linienfahrten mit den unterschiedlichsten Bussen.
Meine Aufgaben sind durchweg von hohem Verantwortungsbewusstsein geprägt. Die Abwechslung die meine Position im Unternehmen mit sich bringt, empfinde ich als besondere Motivation. Morgens kann ich immer Busfahren und dann geht es ins Büro. Dort ist es jeden Tag wieder spannend. Ich weiß nie, was der Tag mit sich bringt, vielleicht muss ich auch kurzfristig einspringen und  wieder raus Busfahren.
Besonders viel Spaß macht mir die Arbeit mit jungen Menschen, weshalb ich zusammen mit einem Kollegen auch als Trainer für die angehenden Buslotsen tätig werde. Im Übrigen bin ich gerade dabei meinen AdA-Schein (Ausbilderschein) zu machen, um unseren Azubis in Zukunft eine noch bessere Ausbildung zu ermöglichen und ihnen immer mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können.